Das Medium der Farbstift- und Farbkreidezeichnung erlebte in der Kunst des 20. Jahrhunderts ihre Höhepunkte in zwei Bereichen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten: in der Art Brut, der Kunst der „Outsider“ oder Geisteskranken, sowie bei den Vertretern der abstrakten und konstruktivistischen Kunst.
Mit den (Farb-)Theorien und Utopien der Moderne ist oft eine geometrische Bildsprache verbunden. Ordnung und Stilisierung, geometrische oder ornamentale Systeme finden sich gerade auch bei einigen der bekanntesten und obsessivsten Zeichnern der Art Brut wie Adolf Wölfli oder Aloïse.
Erstmals werden unter dem Titel „Bunt ist meine Lieblingsfarbe“ – ein Zitat des Bauhaus-Gründers Walter Gropius – die Farbstift-Zeichnungen der Art Brut ausgesuchten Blättern der modernen Kunst gegenübergestellt, Meisterwerken von Sophie Taeuber-Arp, Johannes Itten, Meret Oppenheim, Richard Paul Lohse und Camille Graeser. Beispiele aus der Gegenwartskunst ergänzen diesen leuchtend sinnlichen Überblick.
Bis heute wird die Art Brut eher über die Lebensgeschichte ihrer Urheber als über künstlerische Qualität und geistigen Anspruch rezipiert. Umgekehrt gerät hinter den rein intellektuell erscheinenden Blättern der modernen Kunst das Emotionale in Vergessenheit. Das Zusammenführen beider Pole erweist sich daher als äußerst spannend.
Herausgeber: Kunstmuseum Solothurn
Autoren: Christoph Vögele, Max Matter, Roman Buxbaum
Künstler: Sophie Taeuber-Arp
Festeinband
22,4 x 28 cm
136 Seiten
97 Farb- und 17 S/W Abbildungen
Deutsch
Lieferbar
ISBN 978-3-936636-33-8
28 Euro
2005