Der Mythos des Verschwindens zählt zu den langfristig leistungsstärksten, subkutan seit ihren Anfängen wirksamen Strategien bildkünstlerischer Produktion des 20. Jahrhunderts, das nun auch schon wieder ein bis in die finstersten Ecken postmoderner Beliebigkeit durchmessenes ist. Paul Cézanne und Robert Smithson hatten ihre berechtigten Zweifel am Bestand eines klassischen Sujets genannt Außenwelt. Künstler wie Yves Klein, Blinky Palermo oder auch Bas Jan Aader zogen gar finale Konsequenzen aus der in ihrem Werk angelegten Atomisierung des Subjekts und zogen sich in selbstgeschaufelte "Zonen des Immateriellen" zurück oder schifften sich in Richtung Niemandsland aus. Im handstreichartigen Gegenzug warf das "Feld des Möglichen" (Pierre Bourdieu) mit Tatíscher "Rapidité" seine akademisch zementierten und reglementierenden Gattungen ab, wie es nach außen hin errichtete Demarkationslinien zugunsten großzügiger Transitzonen aufgab.
(Textauszug von Stephan Maier)
Autoren: Stephan Maier
Künstler: Gerold Miller
Festeinband (edition galerie)
15 x 20 cm
64 Seiten
24 Farb. u- 12 S/W-Abb.
Deutsch/Englisch
Lieferbar
ISBN 978-3-933257-71-0
20 Euro
2001