"We are intrigued by the laconic style and by the kind of forensic exercises in which she seems to delight." European Photography, 2001
Paul Virilio gehört zu den interessantesten Denkern Frankreichs
nach dem II. Weltkrieg. Auch wenn er nie einen Einfluss
erlangte, der dem von Foucault und Deleuze, Barthes oder
Baudrillard vergleichbar wäre, erfuhren seine Überlegungen zu
»Krieg und Kino« (1986) und der »Ästhetik des Verschwindens.
« (1986) eine breite Rezeption. Als Begründer der Ecole
d´Architecture Spéciale in Paris hat der 1932 geborene Architekt
und Essayist unübersehbare Bedeutung für die Architektur- und
Medientheorie.
»Chambres précaires« versammelt ein Essay des Philosophen
mit Aufnah-
men der 1943 geborenen Fotografin Jacqueline Salmon, die die
menschenleeren Heime für Obdachlose zeigen. Gerade das
Fehlen der Bewohner lässt, bei aller Lakonie der
unspektakulären Bilder, die Struktur offenkundig werden, in
welcher sich der Umgang der Gesellschaft mit aus dem
Sozialkörper ausgeschiedenen Personengruppen
widerspiegelt.
Kein narratives Element stört die sachliche Bestandsaufnahme
der Relationen von Architektur und Gesellschaft. Das Essay
Paul Virilios legt auf diese Relationen das Hauptgewicht.
Architektur wird als Metapher begriffen, zu der eine Gesellschaft
greift, um ihr Verhältnis gegenüber jenen zu formulieren, für
welche das Gebäude konzipiert ist. Architektur wird damit auch
zum Indikator gesellschaftlicher Verfasstheit.
Herausgeber: Bernd Schulz
Autoren: Paul Virilio
Künstler: Jacqueline Salmon
Festeinband (edition galerie)
15 x 20 cm
80 Seiten
24 Farbabb.
Deutsch/Französisch
Lieferbar
ISBN 978-3-933257-35-2
16 Euro
2000